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Der Europäische Gewerkschaftsbund hat den 14. November zum europaweiten Aktionstag für Arbeit und Solidarität ausgerufen. In Spanien, Portugal, Griechenland, Malta und Zypern wehren sich die Gewerkschaften an diesem Tag mit einem Generalstreik gegen die desaströse Abbaupolitik. In den deutschsprachigen Ländern kommt es während der ersten Novemberhälfte zu den Aktionswochen „Geld ist genug da“.

„Die Sparpolitik führt in die Sackgasse. Sie bedeutet wirtschaftliche Stagnation, gar Rezession. Folge: das Wachstum bricht ein, die Arbeitslosigkeit steigt massiv an. Lohnabbau und Schnitte in die sozialen Schutznetze bedrohen das europäische Sozialmodell. Sie verstärken soziale Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten.“ So beginnt der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) seinen Aufruf für den 14. November. Dann soll den Regierenden von Reykjavik bis La Valletta, von Helsinki bis Lissabon klar gemacht werden, dass jetzt die Zeit reif ist für die Wende, für einen europäischen Sozialvertrag.

Es sind die einfachen Leute, die die Krise bezahlen sollen, mit Lohn- und Sozialabbau – die Reichen und die Superreichen dagegen werden geschont. Der EGB fordert deshalb nicht nur Massnahmen für eine nachhaltige jobintensive Wirtschaft und eine gerechte Verteilung; es sollen auch Finanztransaktionen neu besteuert, die Steuerflucht bekämpft, die Unternehmen europaweit einheitlich minimal besteuert, die GAV und die sozialen Grundrechte respektiert werden.

Generalstreik in fünf Staaten

Im Süden Europas ist die Lage äusserst schlimm. Sparpaket reiht sich an Sparpaket. Die Arbeitslosigkeit erreicht Dimensionen, die teils gar die Dreissiger-Depression übersteigen. Deshalb überrascht es nicht, dass Spanien, Portugal, Griechenland, Malta und Zypern an diesem 14. November zum härtesten Mittel gegen die verheerende Politik greifen: zum Generalstreik. Während 24 Stunden soll das wirtschaftliche Leben lahmgelegt werden. In Spanien etwa ist es in der Nach-Franco-Ära, also seit über 30 Jahren, das erste Mal, dass in einem gleichen Jahr zwei Mal zu einem Generalstreik aufgerufen wird. Die vereinten spanischen Gewerkschaften brandmarken zum ersten die Arbeitsmarkt-„Reformen“ der Regierung Rajoy, welche Unternehmens-Verträge auf Kosten der Branchen-Verträge stärkt und dabei den Arbeitgebern mehr Freiraum zubilligt als den Arbeitnehmenden. Die Folge sind massiv zunehmende Massenentlassungen. Zum zweiten bekämpfen sie den unverfrorenen Abbau in Gesundheit, sozialer Unterstützung und Erziehung sowie den Lohnabbau und die Überwälzung neuer steuerlicher Lasten vor allem auf kleine Einkommen.

Geld ist genug da

In den deutschsprachigen Ländern konzentriert sich der gewerkschaftliche Protest nicht bloss auf den 14. November. Vom 1. bis zum 14. November finden länderübergreifende gewerkschaftliche Aktionswochen statt, die unter dem Motto „Geld ist genug da. Zeit für Gerechtigkeit“ stehen. Für die Schweiz sind bis heute rund 20 Aktionen bekannt, an denen – oft unter Teilnahme von Gewerkschafter/innen aus Südeuropa – diskutiert wird, wie ein sozialer Ausweg aus der Krise zu finden wäre. Die Richtung dabei ist klar: Ein Flugblatt der Unia weist darauf hin, dass den 10 Billionen Euro Schulden in Europa 27 Billionen Euro private Vermögen gegenüberstehen. Deshalb sind „hohe Einkommen, Vermögen, Erbschaften und Finanzmarktgeschäfte endlich fair zu besteuern.“ Gleichzeitig sind in der Schweiz im gleichen Rahmen auch weitere dezentrale Aktionen, etwa für die Einführung der Solidarhaftung oder gegen kantonale Sparprogramme geplant. Entsprechende Manifestationen sind bis heute in St. Gallen (15. November) und in Luzern (24. November) bekannt.

Keine Unternehmenssteuergeschenke

„Wenn Europa ein Paradies für Millionäre ist, dann ist die Schweiz der siebente Himmel“, so bewertete Unia-Co-Präsident Andi Rieger vor den Medien anlässlich der Präsentation dieser Aktionswoche die aggressive Rolle der Schweiz im europäischen Steuerwettbewerb. Nach der Unternehmenssteuer-Reform II, „einem neuen, klaffenden Fluchtloch“, das nur den Reichen nütze, solle nunmehr die Unternehmenssteuer in der Schweiz generell auf 15% heruntergedrückt werden. Das zeigt: Die Schweiz ist ein Teil des europäischen Problems. Eine Politik für soziale Gerechtigkeit und korrekte Verteilung aber ist der Schlüssel zu dessen Lösung. (Newsletter des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes SGB vom 6. November 2012)


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Eine Radiosendung mit Dr. Otmar Pregetter war  ein voller Erfolg. Fachkundig und mit Fingerspitzengefühl veranschaulichte der Wirtschaftsexperte jene Zusammenhänge, die die Welt derzeit dem Abgrund entgegen taumeln lassen

Im Kern der Sendung ging es daher um die Systemfrage als solches. Kurze Panne -- schnell behoben, ansonsten floss die Sendung ruhig und zielgerichtet in die richtige Richtung. Vorbei an der Geldschöpfung, einem totgeborenen Euro, hirntod in den letzten Atemzügen liegend und schließlich hin zum Europäischen Stabiltätsmechanismus (ESM). An dieser Stelle änderte die Sendung ihre Richtung ein wenig und machte einen Abstecher nach Island um sich anschließend dem bargeldlosen Zahlungsverkehr zuzuwenden, der sehr richtig als eine der größten Bedrohungen der Freiheit erkannt wurde. Zuletzt mäanderte sich die Sendung durch einen Katalog von sechs elementaren Fragen, den das Blog theintelligence.de gemeinsam mit Dr. Pregetter erstellt und an führende Abgeordnete hier und in Österreich weitergeleitet hatte.

Fazit: Eine runde, flüssige Sendung die Spaß gemacht hat.

http://www.theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/4985-wie-banken-d...

http://www.jungle-drum.de/2012/11/05/radiosendung-mit-dr-pregetter-wie-banken...

Bettler’s Oper von Frieder Claus and Friends hat schon 30 Aufführungen hinter sich

STUTTGART – Mit Musik geht alles besser: Seit Frieder Claus, Armutsexperte der Diakonie, seine Botschaft in Töne fasst, hören ihm die Leute zu. Schon 30 Mal wurde die Bettlers Oper aufgeführt, eine in Melodien und Spielszenen verpackte Anklage gegen die Ignoranz einer Wohlstandsgesellschaft.

Das ist dieses Gefühl von Verunsicherung. Soll man nun etwas geben oder nicht? Man schweigt, schaut weg, greift nach dem Geldbeutel, lässt ihn schließlich stecken, murmelt irgendetwas Belangloses vor sich hin. Eine blöde Situation.
Der Bettler ist kein richtiger Bettler, sondern ein Schauspieler. Irgendwie hat er es geschafft, dem Publikum auf die Pelle zu rücken. Für einen Moment ein schlechtes Gewissen zu erzeugen. Mit seinem alten abgewetzten Mantel, grimmigen Blick und drohend nach oben gerichteten Stock vergessen zu machen, dass hier gerade ein Stück gespielt wird.
Es ist ein Stück aus dem richtigen Leben. Aus dem Leben derer, die ganz unten sind. Die einmal Nachbarn waren und nun irgendwo anders hausen. Die Hartz-IV nicht zum Spaß in der Fastenzeit ausprobieren, sondern davon leben müssen.
Wie oft hat Frieder Claus schon von ihnen erzählt. Vorträge über sie gehalten, erschreckende Statistiken gezeigt. Doch nur wenige haben zugehört. Irgendwann hatte der 59-Jährige genug und schlug andere Töne an. Schrille Töne und harmonische, eingängige und kantige. Melodien zum Mitklatschen und zum Zuhören. Die Bettlers Oper war geboren. Frieder Claus ist Autor und Komponist vieler ihrer Lieder. In seinem beruflichen Leben leitet er das Armutsreferat, kümmert sich um Wohnungslose, manche nennen ihn auch den Armutsexperten der Diakonie. Das freilich hätte nicht gereicht, um ein neunzigminütiges Stück auf die Bühne zu bringen, das mitreißt, spannend und professionell gemacht ist.
Da traf es sich gut, dass Claus schon immer ein Musiker war. Seit den späten sechziger Jahren in Bands spielte, Melodien und Texte schrieb. Und dass er Freunde hatte, musikalische Freunde: Wie den Oboenspieler und Methodistenpastor Markus Bauder oder den Schlagzeuger und Musiklehrer Joachim Fuchs-Charrier. Die Sängerin Nausika McAnally oder den Gitarristen Jörg Heinkel. Die beiden letzteren sind erst seit kurzem, die beiden ersteren von Anfang an dabei.

Zur Anfangsbesetzung gehören auch Ralf Brenner, Geschäftsführer einer Wohnungslosenhilfe, der den gestrandeten Bruder Tack gibt und Michaela Zimmermann, Theaterpädagogin, die eine schwangere Hartz-IV-Empfängerin spielt. Den grimmigen Bettler mimt Frieder Claus selbst, den Bettler und den virtuosen Keyboard-Spieler und den, der nach allem schaut, damit es endlich losgehen kann.
Es ist viel los auf der Bühne, ein schneller Wechsel von Szenen, die mal gesprochen, dann gesungen, aufwühlend oder meditativ sind. Das Vaterunser wird zur interaktiven Spielszene und eine erschreckende Abfolge von Elendsbildern zur Illustration von Statistiken der schreienden Ungerechtigkeit. „Bei der Geburt sind alle Menschen gleich, aber nur dann,“ höhnt Bruder Tack ins Publikum hinein und das Wort „Scheiße“ kommt allen Beteiligten mit Leichtigkeit über die Lippen. In einem furiosen Höhepunkt des Programms tanzen die Akteure eine Modenschau mit den abgetragenen Klamotten der Rot-Kreuz-Kleiderkammer, ein wild gestikulierender Haufen, der irgendwie entschlossen wirkt.
Es ist die Entschlossenheit, sich nicht abzufinden, aufzumucken, laut zu geben, die, die die passiv sind, wachzurütteln. Das scheint tatsächlich zu funktionieren: Wo früher nur ein paar saßen, hören nun zwischen 100 und 600 Menschen zu. Sie wirken mitunter nachdenklich oder verunsichert, doch darüber hinaus auch stets gut unterhalten: Das Lied „Ich wär so gern ein Teuro“ ist eine ebenso hübsche Mitsing- und Mitklatschnummer wie der Abschlusssong „Jeder Tag“.
Runde 30 Mal war die Bettlers Oper schon auf der Bühne. Bei Kirchengemeinden, sozialen Einrichtungen, als Aufhänger für Podiumsdiskussionen. Ihre Vorbilder hat sie in der „Beggar’s Opera“ von John Gay aus dem 18. Jahrhundert und der Dreigroschenoper von Brecht aus dem Jahre 1928. Von seiner aktuellen Brisanz hat das Arm-Reich- Thema bis auf den heutigen Tag nichts verloren.

Kontakt zu Frieder Claus:

Tel. 07146/ 4981

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Bettlers Oper: Armut als falsch verteilter Reichtum

Wien (OTS) - Bereits zum dritten Mal schreibt die Armutskonferenz einen Preis aus, der hintergründige und respektvolle Armutsberichterstattung prämiert.

Zugelassen sind Beiträge aus Print- und Onlinemedien sowie aus Radio und Fernsehen. Bewertet und ausgewählt werden die Beiträge von Menschen mit Armutserfahrungen.

Einreichungen sind bis 12. November 2012 möglich.

Hinter Statistiken und Zahlen stehen immer Menschen, die nur selten jenen Klischees entsprechen, deren sich der öffentliche Diskurs allzu gerne bedient: Die Armutskonferenz möchte einen Journalismus fördern, der den vielen Facetten von Armut gerecht wird, Betroffene respektvoll behandelt, ihre Stimmen hörbar und ihre Realitäten sichtbar macht und Hintergründe ausleuchtet. Der dritte Journalismus-Preis "von unten" soll dies unterstreichen.

Eingereicht werden können veröffentlichte Beiträge jeder Länge, in den Kategorien Printmedium, Onlinemedium, Radio und Fernsehen, die im Zeitraum November 2011 bis November 2012 erschienen bzw. gesendet worden sind. Alle bis zum 12. November eingelangten Beiträge werden von einer Jury bestehend aus Armutsbetroffenen sowie VertreterInnen der Armutskonferenz bewertet.

Am 17. Dezember werden die jeweils besten Beiträge jeder Kategorie im Rahmen einer Preisverleihung in Wien geehrt.

Einzureichen sind die Beiträge bei:

Die Armutskonferenz.
Herklotzgasse 21/3, 1150 Wien
e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.armutskonferenz.at

Rückfragehinweis:
Koordinations-Büro "Die Armutkskonferenz": Tel.: 01-4026944 (Kontaktperson: Robert Rybaczek)

Zum 17, Oktober, dem Internationalen Tag der Beseitigung der Armut legt die Nationale Armutskonferenz (nak) in einer Sonderausgabe des strassenfeger-Magazins ihren Schattenbericht zum Entwurf des 4. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung vor.

Er ist mit 24 Seiten überschaubar. Er ist für jedermann verständlich geschrieben. Er benennt die Missstände ohne Umschweife. Und vor allem: Er ist von den Betroffenen mitgeschrieben worden, statt nur von ihnen zu handeln. Die Rede ist vom 1. Schattenbericht der Nationalen Armutskonferenz (im Anhang in voller Länge nachzulesen), der in Zusammenarbeit mit der Berliner Straßenzeitung strassenfeger entstanden ist. „Die im Schatten sieht man nicht“ ist das Gegenstück zum 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung und erscheint am kommenden Mittwoch, 17. Oktober (Internationaler Tag der Beseitigung der Armut).

„Wir begnügen uns nicht wie die Bundesregierung bislang mit einem Entwurf ihres 4. Armuts- und Reichtumsberichts – wir legen gleich die endgültige Version unseres 1. Schattenberichts vor. Wir verabreichen die beklemmende Realität nicht häppchenweise, unsere Einschätzung steht fest: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und die Politik schaut weitgehend tatenlos zu“, fasst Thomas Beyer, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz (nak), zusammen. Dabei lägen Lösungen des Problems Armut auf der Hand. Beyer: „In unserem Schattenbericht zeigen wir sie auf und stellen sie als Forderungen an die Bundesregierung.“

Letzteres geschieht übrigens nicht zum ersten Mal: Auch als Mitglied im Beratergremium für den 4. Armuts- und Reichtumsbericht hat die nak ihre unverrückbaren Forderungen wie Mindestlohn und mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung eingebracht – ohne dass diese nennenswerte Würdigung erfahren hätten. Ebenfalls nicht zum ersten Mal sind die Praxisberichte von Verbänden, Wissenschaft, Kirchen, anderen gesellschaftlichen Akteuren und vor allem der Betroffenen nicht ausreichend miteinbezogen worden. Auf sie hat das Ressort von Bundessozialministerin Ursula von der Leyen zugunsten eher theoretischer Darstellungen von Armut verzichtet. So viel ist dem bisher erschienenen Entwurf der Bundesregierung mit den erschreckenden Armutszahlen nämlich zu entnehmen.

„Auch deshalb richten wir uns mit unserem Schattenbericht bewusst an die breite Öffentlichkeit, um zum einen das gravierende Problem der Armut aufzuzeigen; zum anderen wollen wir es enttabuisieren“, erläutert Beyer die Intention der Veröffentlichung. Häufig werde bedürftigen Menschen ihre Not als individuelle Schuld zugeschrieben. „Dabei geht sie allzu oft auf gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen zurück. Deshalb würden wir uns freuen, wenn unsere Positionen eine breitere gesellschaftliche Diskussion über die Armutsprävention auslösen würden“, sagt Beyer.

„Die im Schatten sieht man nicht“ (Replik des Verses „Die im Dunkeln sieht man nicht“ aus Bert Brechts „Die Moritat von Mackie Messer“) behandelt unter anderem folgende Aspekte: „Arm trotz Arbeit“, „Leben mit Hartz IV“, „Familiäre Armut“, „Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit“, „Armut macht krank“; „Asylbewerberleistungsgesetz“ sowie „Altersarmut“. Zu jedem Bereich gibt es Erfahrungsberichte von Betroffenen im Wortlaut sowie die Forderungen der Nationalen Armutskonferenz.

Zum Download der Sonderausgabe: Schattenbericht

Quelle: nak

1957 entstand die ATD Vierte Welt als Selbsthilfevereinigung im Obdachlosenlager von Noisy-le-Grand bei Paris. Ihr Gründer, Père Joseph Wresinski (1917-1988), war selber in bitterer Armut aufgewachsen. Er wollte, dass die ausgeschlossenen Familien und Bevölkerungsgruppen ihre Erfahrungen in die Gesellschaft einbringen und diese als gleichberechtigte Partner und Partnerinnen mitgestalten können.

ATD Vierte Welt ist parteipolitisch und konfessionell neutral und hat Beraterstatus bei ECOSOC, Unesco, Unicef, Internationale Arbeitsorganisation und Europarat. Sie ist in 29 Ländern auf allen Kontinenten tätig. Der Hauptsitz befindet sich in Pierrelaye/Frankreich, die Geschäftsstelle für Deutschland in München, das Schweizer Zentrum in Treyvaux.

ATD bedeutet englisch "All Together for Dignity" (gemeinsam für die Menschenwürde), französisch Aide à toute détresse (Hilfe in aller Not). Beide Formeln drücken den gleichen Gedanken aus: Um die Würde aller Menschen zu garantieren, muss immer wieder beim ärmsten, beim am stärksten ausgeschlossenen angesetzt werden.

Um Elend und Ausgrenzung zu überwinden, baut ATD Vierte Welt auf das persönliche Engagement von Menschen: Erwachsene, Jugendliche und Kinder, die sich als direkt Betroffene wehren, Verbündete, die das Anliegen in ihrem persönlichen Einflussbereich vertreten, und hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus allen Berufssparten.

Gemeinsam entwickeln diese Mitglieder Projekte im Bereich der Bildung und der Kultur. Sie fördern den Dialog untereinander und mit der Gesellschaft. Ein Beispiel sind die „Volksuniversitäten Vierte Welt”. in verschiedenen europäischen Ländern. Hier tauschen armutsbetroffene und andere Menschen Erfahrungen aus, lernen aufeinander zu hören und thematisieren Lebensbereiche wie Arbeit, Kultur, Bildung oder Gesundheit. Sie üben den Dialog und bereiten auch Stellungnahmen vor.

1992 erklärte die Generalversammlung der Vereinte Nationen, den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut. In ihrer Resolution vom 22. Dezember zeigt sie sich erfreut, dass einige regierungsunabhängige Organisationen auf Initiative der internationalen Bewegung ATD Vierte Welt diesen Tag bereits in zahlreichen Ländern begehen.

Diese NGO verbinden mit dem "Welttag zur Überwindung der Armut" drei Anliegen:

  • den Widerstand der von Armut betroffenen Menschen gegen Elend und Ausgrenzung würdigen
  • den Not leidenden und ausgegrenzten Menschen Gehör verschaffen und mit ihnen ins Gespräch kommen
  • sich mit den Allerärmsten dafür einsetzen, dass die Rechte aller wirklich für alle gelten

(Quelle: Wikipedia)