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Die Hälfte aller Arbeiter in den USA verdiente weniger als 26.364 Dollar - was der Median-Lohn im Jahr 2010 war. Das bedeutet, dass der durchschnittliche Lohn auf dem niedrigsten Niveau seit 1999 ist, bereinigt um die Inflation. Das bedeutet 50% aller Arbeiter verdienten weniger als 26.000 $ im Jahr. Dagegen ist die Zahl der Millionäre um 20% gestiegen. Es fehlen heute rund 10 Mio. Arbeitsplätze. Die Zahl der Beschäftigten ging seit 2007 um 5,2 Mio. zurück. Basierend auf dem Bevölkerungswachstum müssten zwischen 2007 und 2011 eigentlich 4,5 Mio. neue Arbeiter auf den Markt geströmt sein. Beides zusammen ergibt eine "10-Millionen-Arbeitsplätze-Lücke". Die durchschnittlichen Löhne sind nach 2007 deutlich gefallen - und effektiv sind damit alle Lohnzuwächse der vorangegangenen 8 Jahre aufgefressen worden.

Die Amerikaner werden schneller arm, als sie zuvor reich geworden waren.

Die Armut lässt sich nicht nur von aussen definieren, etwa mithilfe von Statis­tiken oder Berechnun­gen. Sie sollte vielmehr aus der Nähe betrachtet werden. Die Grundlagen dafür bilden der Alltag und die persönlichen Erfahrungen des betroffenen Menschen.

Von Nationalrat Ricardo Lumengo

Die Armut kann als Situation oder Zustand im Unterschied zu Reichtum oder hohem Einkommen definiert werden. In den reichen oder industrialisierten Ländern spricht man vom Existenzminimum. Konkret ist aber die Armut sichtbar bei einem Men­schen, der beinahe alles zum Leben Notwendige entbehrt.

Ich erinnere mich an die Armut unserer Familie in Angola, wo ich geboren wurde. Als Zehnjähriger musste ich barfuss zur Schule gehen, weil mir meine Mutter keine neuen Schuhe kaufen konnte. Hohn und Spott meiner Schulkameraden waren mir sicher. Später, als Asylbewerber in der Schweiz, musste ich mit 200 Franken Sack­geld im Monat auskommen.

Welches auch immer die Art und Weise ist, wie man die Armut betrachtet oder erlebt, sie ist in je­dem Fall verbunden mit Leiden, Erniedrigung und mit dem Verlust der Würde des Menschen. Demü­tigung und Ausgrenzung führen zu psychischen Be­schwerden, zu Beziehungsproblemen, zum Schei­tern in der Schule oder auch zu kriminellem Verhalten. In unserer Gesellschaft sind die sozialen Klas­sen aufgrund von Besitz und Einkommen geprägt.

In Armut leben in einer reichen Gesellschaft ist schwieriger als umgekehrt. Viele Menschen, die in den ärmsten Ländern leben, sind glücklicher als gewisse reiche Leute in den Industrieländern. Hinzu kommt ein grundlegender Unterschied, ob man in einem armen oder in einem reichen Land lebt. Die von Armut Betroffenen in der industrialisierten Welt sind einem erheblichen sozialen Druck ausge­setzt. Man sagt ihnen nach, sie hätten ihre Situation selbst verschuldet. Doch die Armut ist überall auf der Welt mit schwerem Leid verbunden und allein dies verpflichtet uns schon, gegen sie zu kämpfen.

Im Kampf gegen die Armut verdienen einige Ideen und Massnahmen Unterstützung. Zum Beispiel die soziale Eingliederung und berufliche Ausbildung der IV-, ALV- und Sozialhilfeabhängigen Personen. Auch die Gewährung von Mikrokrediten sollte viel stärker verbreitet werden. Das wichtigste Milleni­umsziel der UNO, die Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0,7% in allen Industrieländern, muss unbe­dingt erreicht wer­den. Daneben sollten wir in allen Ländern für alle Bürgerinnen und Bürger die Er­richtung eines bedingungslosen Grundeinkommens anstreben. Dieses Einkommen hätte jeder Mensch unabhängig von seiner Arbeitsleistung von der Geburt bis zum Tod zugute. Es ist dieses Grundeinkommen das mithelfen wird, dem Menschen seine Würde zurück zu geben.

(Quelle: newsletter www.haelfte.ch)

Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB):
 
Die Temporärarbeit ist eine prekäre Arbeit und sehr oft Quelle von Lohndumping. 41 % der Temporärfirmen halten etwa die Mindestarbeitsbedingungen in Gesamtarbeitsverträgen (GAV) nicht ein. Die Temporärarbeit hat sich in den letzten 15 Jahren vervierfacht – auch wegen der Personenfreizügigkeit mit der EU.
 
Vor der letzten Volksabstimmung über die Erweiterung der Personenfreizügigkeit (Rumänien/Bulgarien 2009) haben die Behörden verspro-chen, die Massnahmen zum Schutz der Arbeitsbedingungen auch im Temporärbereich zu verstärken. Doch der allgemeinverbindliche GAV für die Temporärbranche ist bis heute nicht realisiert.

Ziel muss sein, dass die Temporärbeschäftigten zu gleichen Arbeitsbedingungen beschäftigt werden wie Festangestellte. In einem Anhang soll der GAV Personalverleih deshalb Firmen und weitere GAV aufführen, in denen die Gleichbehandlung gälte. Knackpunkt dabei ist, wie SGB-Präsident Paul Rechsteiner festhält: „Verschiedene Arbeitgeber weigern sich, ihre GAV so auch für die Temporärbeschäftigten anzuwenden. Sie erhoben Einsprache gegen die Allgemeinverbindlichkeit. Sogar Bundesbetriebe wie die SBB wollen das Schutzniveau ihrer GAV für Temporärbeschäftigte nicht gelten lassen.“
 
SGB-Chefökonom Daniel Lampart fordert deshalb den Bundesrat auf, „mindestens die ehemaligen Regiebetriebe zu diesem GAV-Beitritt zu verpflichten und auf die anderen Grossunternehmen und Branchen entsprechend einzuwirken.“ Komme kein wirksamer GAV Temporär zustande, müsse das Prinzip der Gleichbehandlung gesetzlich verankert werden. Lampart weiter: „Der Bund muss zudem einen Normalar-beitsvertrag mit verbindlichen Mindestlöhnen erlassen. Der Personalverleih von ausländischen Arbeitskräften ist weiter auf Personen mit Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung (B- bzw. C-Bewilligung) einzuschränken.“
 
Vania Alleva, Vize-Präsidentin SGB und Mitglied der Geschäftsleitung Unia, zeigte mit Beispielen, warum sich Firmen weigern, ihren GAV auch für Temporärarbeitende gelten zu lassen: „Bei Novartis in Stein im Kanton Aargau verfügt jeder fünfte Angestellte nur über einen Temporärvertrag. Was heisst das konkret? Der Stundenansatz bei Chemikanten liegt in der Regel bei ca. 34 Franken. Doch die meisten Temporären erhalten nur rund 26 Franken pro Stunde. Damit „spart“ die Firma über 20% an Lohnkosten.“ Dieses Dumping müsse nun der GAV Personalverleih unterbinden. (Mitg. 4.7.2011)

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