• Armutsnetzwerk

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Die Gruppe Sulingen des Blauen Kreuzes in der Evangelischen Kirche und der Armutsnetzwerk e.V. verbinden schon seit längerem ein gemeinsamer Gedankenaustausch und zusammen gestaltete Projekte. Beide haben sich entschlossen, die Zusammenarbeit mit einer Kooperationsvereinbarung zu besiegeln. Verbindend ist der Grundsatz: Hilfe zur Selbsthilfe. Auch die Mottos:

  • Gemeinsam, nicht einsam! und
  • Gemeinsam sind wir stark! sagen ein Übriges.

Unser Ziel ist es:

  • Durch gesellschaftliche Teilhabe und eine gesundheitsbewusste Lebensweise, einen wichtigen Beitrag im sozialen Zusammenleben zu liefern.
  • Die vielfältigen Potentiale der Mitglieder für die eigene Entwicklung zu nutzen.
  • In Kooperation mit anderen sozial engagierten Kräften die inhaltlichen und organisatorischen Voraussetzungen „vor Ort“ miteinander zu vernetzen und Angebote im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern.

 

Treffen der Gruppen des Blauen Kreuzes in der evangelischen Kirche aus dem Landesverband Niedersachsen

BKE Sulingen

Die Gruppe Sulingen des Blauen Kreuzes in der Evangelischen Kirche war am 28. Juni 2014 Gastgeber für das Treffen aller Gruppen im Landesverband Niedersachsen.
Da die Gruppe Sulingen seit Jahresbeginn Gruppenabende in Freistatt anbietet, hatte das Haus Neuwerk Eingliederungshilfe der Einrichtung Bethel im Norden seine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt,
Obendrein wurde vom Haus Neuwerk der Begrüßungskaffee sowie der Nachmittagskaffee mit Kuchen gespendet. Das Anrichten des angelieferten Mittagessens sowie die komplette Bewirtung wurden vom Freistätter Gruppenmitglied Heiko Liebenow übernommen.
Der Morgen war mit einem Rundgang durch den Sinnesgarten und einem Vortrag von Herrn Frank Kruse, Leiter der Wohnungslosenhilfe, ausgefüllt.
Die anwesenden BKE Mitglieder erfuhren viel über Entstehung und Aufgaben der Einrichtung Bethel im Norden. Dieses war für viele, auch von nicht so fern angereist, Neuland.
Nach dem Mittagessen ging es mit der Freistätter Feldbahn nach Heimstatt. Der Hin- und Rückweg wurde durch Erläuterungen immer wieder kurz unterbrochen.
Beim Nachmittagskaffee im Speiseraum des Hauses Neuwerk fanden Gespräche und Austausch statt.

Seit dem 17.12.2013 ist der Armutsnetzwerk e.V. Mitglied der Evangelischen Obdachlosenhife e.V. in Deutschland.

Die Evangelische Obdachlosenhilfe e.V. ist der Fachverband der Diakonie für die Wohnungslosenhilfe. Die Diakonie in Deutschland ist mit einem Anteil von 50 Prozent der größte Träger der Wohnungslosenhilfe in Deutschland.
Als „wohnungslos“ gelten dabei arme und gesellschaftlich ausgegrenzte Menschen, die obdachlos, wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Dies sind über 250.000 Menschen in Deutschland. Viel größer noch ist die Zahl der Menschen, die in prekären oder unzumutbaren Wohnverhältnissen leben. Sie werden zwar häufig von unseren Präventionsangeboten erreicht, über ihre Zahl gibt es aber in Ermangelung einer bundesweiten Wohnungsnotfallstatistik keine verlässlichen Angaben.

Kooperation mit dem Armutsnetzwerk e.V.

Wir sind 'Erste Anlaufstelle' für Menschen mit sozialen Problemen, insbesondere für Fragen rund um Hartz IV. Wir helfen zum einen bei Problemen mit den Jobcentern, z. B im Rahmen von Berechnungen der Bescheide oder bei Widersprüchen. Darüber hinaus entstehen oder existieren bei Betroffenen aber oft auch andere Probleme, z. B. Schulden, Wohnungsprobleme, psychische Probleme oder Sucht. Hier helfen wir interdisziplinär, ganzheitlich und niederschwellig und fördern die Selbstständigkeit unserer Klienten.

Durch unseren integrativen Ansatz gelingt es uns, den Betroffenen das nötige Selbstbewusstsein an die Hand zu geben und den Mut zu entwickeln, ihre Probleme dauerhaft selbst 'anzupacken'. Hilfe zur Selbsthilfe ist uns wichtig, der Aufbau einer Tagesstruktur Betroffener ein Kernziel. Außerdem fördern wir das Gemeinschaftsgefühl und das Erleben sozialer Kompetenzen. Die Nachhaltigkeit entsteht zudem aus dem Verhältnis zur Nähe zu den bereits lange bestehenden Vertrauensverhältnissen.

Wir haben ein gänzlich neues Konzept entwickelt. Während andere Angebote meist eingleisig sind, werden wir als 'Erste Anlaufstelle durch Ehrenamtliche und Hauptberufliche aus allen Bereichen (Sozialarbeiter, Psychologen, Juristen, selbst Betroffene u.a.) eine interdisziplinäre und ganzheitliche, niederschwellige Unterstützung anbieten. Wo wir nicht weiter helfen können, vermitteln wir an kompetente Kooperationspartner und begleiten unsere Klienten auf dem weiteren Weg.

Die Weiterentwicklung unseres Engagements läuft auf verschiedenen Ebenen. Fachlich ist geplant, ein stationäres Projekt 'Betreutes Wohnen' aufzubauen. So können auch von Obdachlosigkeit bedrohte oder Obdachlose wieder lernen, ihre wesentlichen Grundbedürfnisse zu artikulieren und erste Schritte zur Befriedigung derselben selbst zu gehen. Medial ist eine Konzeption in Arbeit mit einem bedarfsdeckenden Einkommen, welche die Öffentlichkeitsarbeit eben auf dieses Selbstverständnis der Befriedigung von Grundbedürfnissen unter aktiver Selbstbeteiligung der Betroffenen stellt, um zu vermeiden, dass eine 'verschämte' Problemdiskussion die Sensibilisierung der Öffentlichkeit untergräbt.

Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die einfühlsame, offene und ehrliche Benennung von Konflikten (egal welcher Entstehungsebene), um wegzukommen von der realitätsfernen 'politisch korrekten Sprache. Wir machen sozialpolitische Arbeit, Arbeit an Menschen, jedoch keine Parteipolitik.

Der Verein hatte im Nachgang zur 8. Nationalen Armutskonferenz zu einer Nachlese eingeladen. Wir waren zu der Ansicht gelangt, dass die NAK von den Wohlfahrtsverbänden dominiert wird, dass die dominierende Professionalität der Wohlfahrtsverbände der Meinung ist, man müsse sich zum Pater Familias aufschwingen, um die Armen, die man unter seine Obhut genommen hat, zu schützen, denn dazu sind die Armen nach Ansicht der paternalisierenden Konferenz nicht selbst im Stande. Ziel dieser Veranstaltung muss aber sein, dass Betroffene zu Beteiligten werden, hier ist das Expertentum in eigener Sache gefordert.

Sprecher, stellvertretende SprecherInnen, Leitung und Organisation der NAK ist fast ausschließlich  mit Mitarbeitern von AWO,  Paritätischer, Caritas und Co besetzt. Eigene Armutserfahrungen  sind sicherlich nicht vorhanden, dennoch schwingen sich, wenn auch vordergründig gut gemeint, hier Personen auf, die Armen anwaltlich zu vertreten. Die sogenannten Helfer sind mit der moralischen Pose ausgestattet, immer das Richtige zu tun; sie werden angetrieben vom Gefühl ihrer eigenen Wichtigkeit und sind vor Kritik durch ihre Lobby und das Lob aus der Politik weitgehend geschützt. 
Wir zitieren Prof. Friedrich Wilhelm Graf (München). Nach dessen Ansicht ist an den meisten Wohlfahrtsunternehmen nur ihr steuerlicher Status gemeinnützig. In der Praxis kümmerten sie sich vor allem um die Mehrung des eigenen Einflusses. Vertreter der Wohlfahrtsverbände, zu denen auch das Deutsche Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Paritätische Wohlfahrtsverband und ein jüdischer Verband gehören, säßen an allen entscheidenden Schalthebeln, um die Mittelvergabe in ihrem Sinne zu regeln. Dabei erfänden sie immer neue Aufgaben, für die ihnen der Staat das Geld gebe. Der gemeinsame Umsatz von Diakonie und Caritas betrage „grob geschätzte 40 Milliarden Euro“, vor allem in der Altenpflege, in der Kinder- und Jugendhilfe, der Betreuung von Behinderten, in der Bildung und bei Maßnahmen für Arbeitslose.
Mit keiner Lobby ist die Politik so eng verbandelt wie mit den Wohlfahrtsunternehmen. Rund ein Drittel aller Bundestagsabgeordneten hat zugleich eine Leitungsfunktion bei Diakonie oder Caritas inne, auf kommunaler Ebene sind die Verbindungen noch frappierender, mancherorts betreiben Staat und Wohlfahrt sogar gemeinsame Tochtergesellschaften.
Die Vermutung liegt nahe, dass durch die Wohlfahrtsverbände massiv Einfluss genommen wird um letztlich den Ball flach zu halten, zum Beispiel sind von 47 SPD Abgeordneten des Berliner Abgeordnetenhauses 31 Mitglied der AWO, bei der CDU sind ähnliche Zahlen zu vermerken hinsichtlich der Mitgliedschaft beim Unionhilfswerk. Ganz zu schweigen von den sonstigen Nebenverdiensten, wo Beträge von mehreren 100 000,- Euro keine Seltenheit sind. 

Aus der Nachlese hat sich ein sich regelmäßig treffender Gesprächs- und Arbeitskreis entwickelt. Ein Schwerpunkt wird in der Weiterentwicklung des Armutsnetzwerkes auf  regionaler Ebene (Berlin und Brandenburg) gesehen.     

Das Wetter spielte mit am 20. April 2013 und uns unterstützten knapp 50 tolle ehrenamtliche Helfer. Eine sehr fleißige, verlässliche Mannschaft. Das war schon mehr als die halbe Miete. Und fast das gesamte Team der hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen war zur Stelle, bis in den späten Abend hinein.
Für viele unserer Gäste war das ein abwechslungsreicher Tag, das Essen war lecker (ich mag die Erbsensuppe der Bundeswehr ja auch), den ganzen Tag über glühte der Grill, Kaffee und Kuchen waren reichlich da, Spreequell hatte großzügig Getränke gespendet. Es ging aber um deutlich mehr als das Essen, die Begegnungen waren freundlich und gelöst, Menschen gingen aufeinander zu, beschnupperten sich, lernten sich kennen. Mischten sich. Wo feiern denn wohnungslose Menschen sonst so gemeinsam mit anderen Gästen?! Viele Eltern zeigten ihren Kindern die Bahnhofsmission, damit auch eine andere Seite dieser Stadt. Das zeugte nicht nur von Neugierde, hatte auch viel mit Respekt und wachsender Wertschätzung zu tun.
Für die Kinder gab es ein kleines, hübsches Programm.
„Verstehst Du Bahnhof?“, war ja das bundesweite Programm in über 100 Bahnhofsmissionen, als Kindertag geplant. Wir hatten nicht mit dieser Anzahl Kinder gerechnet, sie sind ja sonst in der Bahnhofsmission Zoo nicht so sehr unser Thema. Etliche doch recht junge Menschen erkundigten sich nach Praktikumsplätzen, was uns sehr freute.
„Polizisten für Obdachlose“ machten einen guten Job, verteilten ab 10.00 morgens Bekleidung an wohnungslose und viele arme, bedürftige Berliner. Da waren auch viele ältere Menschen mit Wohnung dabei, die froh waren, sich hier zum Teil neu einkleiden zu können.
Überhaupt waren viele Kollegen der Bundes- und der Landespolizei vor Ort, etliche unterstützen dienstlich – andere suchten uns als Besucher auf.
Unterstützt wurden sie durch nette Kollegen der DB Sicherheit.
So hatte ich den Eindruck, heute auf der sichersten Veranstaltung Berlins zu sein. Darum ging es aber eigentlich nicht, sondern es war Ausdruck guter Zusammenarbeit und freundlicher Verbundenheit.
Die Musiker lockerten auf, unterhielten kurzweilig, verbreiteten gute Stimmung. „Yoko-Pop“ und die „Tiere“ legten sich ordentlich ins Zeug, Frank Zander hatte mittags einen Kurzauftritt, nachmittags zeichnete er Autogramme, verkaufte CDs, der Erlös ging an die Bahnhofsmission (das hilft!). Frank kam mit einer ganzen Mannschaft an, Menschen, die an- und zupackten, breit unterstützten. Ja, das war Ulli Wegener, Mensch hat der ein Kreuz und seine gespendeten Sachen helfen auch. Aber eben auch die Gesten. Schön – wir waren nicht allein.
Eine bunte, gute Mischung – wir hoffen, wir sehen uns wieder.
Dann war da noch eine andere Truppe sehr stark vertreten. Viele fleißige Hände der Deutschen Bahn packten zu, am Grill, bei Führungen, bei der Kleiderausgabe, an allen Ecken und Kanten. Etliche besuchten uns, mit Freunden und/oder Familie. Aus Zusammenarbeit entstehen enge Kooperationen, Nähe, freundschaftliche Netzwerke.
Wir machen solch eine Veranstaltung in erster Linie für unsere Gäste, einen Tag der offenen Tür aber natürlich auch für Besucher. Und sie kamen wirklich, die Berliner. Alle betrachten ihre Zahlen großzügig, ich auch – und so vermute ich, es waren 3 000 Besucher da, vielleicht waren es auch 50 weniger?
Sie informierten sich gründlich, schauten sich die Einrichtung an, fragten nach, kritisch und offen. Unbefangen. Mehr geht nicht.
Einige gingen „berührt“, davon kommen etliche als Freunde wieder.
Freunde der Arbeit, Unterstützer waren auch viele da. Menschen, die uns das ganze Jahr über regelmäßig begleiten, unsere Arbeit ermöglichen und sichern.
Die Kranzniederlegung der SPD Fraktion Charlottenburg-Wilmersdorf  für Jannek an unserem Baum der verstorbenen, wohnungslosen Menschen Menschen war sensibel und respektvoll, keine private Geste, auch ein politisches Signal. Weitere dürfen sich anschließen und sind auch nötig.
Aber auch die CDU des Bezirkes war nicht das erste Mal und stark vertreten.
Wir brauchen diese Netzwerke, die Akzeptanz, die Verlässlichkeit.
Einige Menschen ermöglichten unsere Veranstaltung im Vorfeld. Ein Fest für so viele Besucher – und wir sind stolz darauf, wir konnten alle einladen, alles war umsonst, so wurde niemand ausgeschlossen.
Wir glauben ja daran, alle sind gleich vor dem lieben Gott – und hier war heute nicht der Geldbeutel entscheidend.
Die Berliner Tafel legte schon seit Tagen Extratouren für uns ein, auch heute.
Und einige, die das können, unterstützten auch finanziell – bis hin aus Liechtenstein.
Viel guten Rückenwind erhielten wir auch seitens der Medien, die informierten, unsere Einladung multiplizierten.
Ich möchte mich bei allen von Herzen bedanken!

Herzliche Grüße vom Bahnhof Zoo – Dieter Puhl