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Bildungs- und Teilhabepaket wurde vor vier Jahren eingeführt. Studie: Armut hemmt die Entwicklung von Kindern weiterhin

Köln. Vier Jahre nach Einführung des Bildungs- und Teilhabepaketes der Bundesregierung kritisiert die Nationale Armutskonferenz (nak), dass arme Kinder in Deutschland unverändert abgehängt bleiben. Eine aktuelle Studie belegt: Kinder, die in Armut aufwachsen, sind schon vor Schulbeginn erheblich benachteiligt.

In Deutschland wachsen mehr als 17 Prozent der unter Dreijährigen in Familien auf, die von staatlicher Grundsicherung leben, so aktuelle Zahlen einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Und: Kinder mit Armutshintergrund haben kaum Zugriff auf soziale und kulturelle Angebote. Nicht nur in der musikalischen Früherziehung, auch beim Zugang zum Sport hinkt die Gruppe hinterher. Nur 46 Prozent der Kinder aus armen Haushalten machen Sport im Verein. Bei Kindern aus finanziell unabhängigen Familien sind es 77 Prozent.

„Die Zahlen belegen wieder einmal, dass wir dringend Alternativen zum Bildungs- und Teilhabepaket brauchen. Mit diesem bürokratischen Ungetüm ist es seit nun vier Jahren nicht wirklich gelungen, Kindern in Armut den wichtigen Zugang zu Freizeit- und Kulturangeboten zu verschaffen“, sagt Dr. Frank Joh. Hensel, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz und Direktor des Diözesan-Caritasverbandes im Erzbistum Köln.

Gründe dafür sieht die nak auch in der schlechten Informationspolitik: Auch nach vier Jahren wissen nur die wenigsten Eltern von allen Leistungen des Paketes. Hinzu kommt: Viele Gutscheine sind regional zum Teil gar nicht einsetzbar, weil von den Antragstellern etwa Fahrtkosten nicht aufgebracht werden können.

Außerdem kritisiert die nak, dass ein Großteil der Mittel für das Mittagessen in Ganztagseinrichtungen eingesetzt wird. Hensel: „Es ist ein Unding, dass das gemeinsame Essen mit Anderen zum Bildungs- und Teilhabepaket gehört. Das Ganze bleibt ein bürokratisches Fehlkonstrukt.“