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Nationale Armutskonferenz warnt anlässlich des Welttages der Sozialen Gerechtigkeit vor einer zunehmenden Spaltung der Bevölkerung in Deutschland

Köln. Die gesellschaftlichen Gruppen in Deutschland bewegen sich immer weiter auseinander und begegnen sich kaum mehr. Die Nationale Armutskonferenz (nak) fordert anlässlich des Welttages der
Sozialen Gerechtigkeit am Freitag (20. Februar), sich keinesfalls mit der Ausgrenzung von Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben zu arrangieren.

Die Spur der Chancengerechtigkeit verliere sich in Deutschland, sagt
nak-Sprecher Dr. Frank Joh. Hensel. Längst sei klar, dass die Möglichkeiten auf ein gesundes Aufwachsen und talentgerechte Bildung von frühester Kindheit an immer ungleicher würden. Die Spaltung der Gesellschaft zeigt sich auch angesichts der Vermögensverhältnisse: So verfügen laut einer Studie der Hilfsorganisation Oxfam die fünf reichsten Bürger Deutschlands zusammen über 101 Milliarden Euro und damit über genauso viel wie 40 Prozent der deutschen Bevölkerung, nämlich 32 Millionen Menschen.
„Es sind immer mehr Menschen von Armut bedroht. Wo aber Existenzangst zunimmt, da verschärft sich das soziale Klima“, so Hensel.

Existenzangst und Aussichtlosigkeit vor dem Hintergrund ganz offensichtlicher Ungerechtigkeiten kann zur Abkehr vom politischen System und bis in den Extremismus führen, warnt Hensel, der auch Direktor des Kölner
Diözesan-Caritasverbandes ist. „Eine Ahnung davon erhalten wir in der zunehmend unverhohlenen Feindlichkeit einiger Gruppierungen gegenüber der Demokratie, Religionen oder Flüchtlingen.“

Hensel: „Was diese Gesellschaft braucht, ist eine breite Bewegung gegen die Prekarisierung, um den abgehängten Menschen ihre quälende Unsicherheit zu nehmen.“ Die nak fordert deshalb, den Hartz-IV-Regelsatz auf ein existenzsicherndes Niveau anzuheben, zudem eine Kindergrundsicherung einzuführen. Hensel: „Wenn wir uns nicht schnell darum kümmern, erleben wir einen kompletten Rückzug der Armen und Ausgegrenzten aus dem öffentlichen Leben. Sei es aus Scham oder aus Resignation und Frust. Nur wer sich zugehörig fühlt, von dem kann auch erwartet werden, dass er unseren Staat und unsere Gesellschaft mitträgt und mitgestaltet.“

 

Markus Harmann
Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.
Leiter Stabsabteilung Information und Kommunikation
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Der Kölner Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Johannes Hensel ist neuer Sprecher der Nationalen Armutskonferenz (nak). Er wurde von der nak-Delegiertenkonferenz einstimmig für zwei Jahre gewählt und trat am 1. Januar 2015 die Nachfolge von Joachim Speicher vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Hamburg an.

"Armut ist kein persönliches Pech, keine Laune der Natur und darf nicht einfach individualisiert werden", sagte Hensel anlässlich seines Amtsantritts. Die Armut so vieler Einzelner gehe alle an. "Es kann in Deutschland etwas dagegen getan werden: durch eine veränderte Bildungspolitik, eine bedarfsgerechte Regelsatzberechnung und eine Arbeitsmarktpolitik, die aktiv gegen die zunehmende Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit antritt." Es gehe um die gezielte Weiterentwicklung des Sozialstaats zu mehr sozialer Gerechtigkeit.

In der Nationalen Armutskonferenz (nak) arbeiten Menschen mit und ohne Armutserfahrung zusammen. "Ich bin davon überzeugt, dass durch die Mitarbeit von Menschen mit Armutserfahrung im politischen Prozess, durch ihren Einbezug und ihre Überzeugungskraft ein Veränderungsimpuls für politische Verantwortungsträger ausgeht, der nicht länger übergangen werden darf", sagte Hensel. "Gute und kluge politische Lösungen erwachsen aus dem Dialog mit den Menschen, die Ahnung von der Sache haben. Der gesellschaftliche Zusammenhalt darf nicht weiter gefährdet werden."

Dem Sprecherkreis gehören neben Hensel auch Werena Rosenke (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe), Michael David (Diakonie Deutschland) und Robert Trettin (Armutsnetzwerk) an.

Expertise des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zur Altersarmut: Die Nationale Armutskonferenz warnt vor Massenarmut unter Senioren

Die Nationale Armutskonferenz (nak) begrüßt die heute vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Berlin vorgestellte Expertise zur Altersarmut in Deutschland. Darin warnt der Verband vor einer „Lawine der Altersarmut“ und fordert die Bundesregierung zu einer Reform der Altersgrundsicherung auf. Die nak schließt sich den Forderungen des Paritätischen an. Wenn die Bundesregierung weiterhin die Altersarmut unterschätze, drohe in wenigen Jahren eine Massenarmut unter Senioren.

„Dass derzeit nur 2,7 Prozent der Rentner in der Bundesrepublik auf Grundsicherung angewiesen sind, scheint die Bundesregierung in völlige Gelassenheit zu versetzen. Dabei ist die Zahl der Grundsicherungsempfänger in den vergangenen zehn Jahren bereits um über 80 Prozent gestiegen. Selbst vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen in den nächsten zehn Jahren vervierfachen wird“, sagt Joachim Speicher, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz.

„Das Alter wird zunehmend zu einem der größten Armutsrisiken“, so Speicher weiter. Besonders betroffen seien Beschäftigte im Niedriglohnsektor, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Brüchen in der Erwerbsbiografie.

„Das Dramatische an Altersarmut ist, dass es für die Betroffenen kaum Hoffnung auf Besserung mehr gibt. Während jüngere Menschen noch Wege aus der Armut finden können, haben ältere Menschen mit dem Eintritt in den Ruhestand wenig Chancen, ihre finanzielle Situation zu verbessern“, warnt Joachim Speicher.

Die Nationale Armutskonferenz fordert die Bundesregierung auf, die Regelsätze in der Grundsicherung bedarfsgerecht zu erhöhen. Darüber hinaus müssten die seit Jahren steigenden Stromkosten in tatsächlicher Höhe übernommen werden. Nicht zuletzt sei es notwendig, wieder einmalige Leistungen auf Antrag zu gewähren. „Wenn die Waschmaschine kaputt geht, brauchen die Menschen sofort Ersatz. Die Menschen dazu aufzufordern, das Geld für eine Neuanschaffung monatlich anzusparen, ist völlig lebensfern“, so Joachim Speicher.

Christian Böhme

Pressesprecher der Nationalen Armutskonferenz (nak)
c/o Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg e.V. 
Wandsbeker Chaussee 8 • 22089 Hamburg

Telefon: 040 - 41 52 01-59
Fax: 040 - 41 52 01-38
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Internet: www.nationalearmutskonferenz.de | www.paritaet-hamburg.de

„Und dann war’s plötzlich dunkel und kalt… Energieschulden – Energiesperren“ – Bundesweite Aktionswoche der Schuldnerberatung vom 23. bis 27. Juni

Die Nationale Armutskonferenz warnt vor den katastrophalen Folgen der steigenden Energiepreise und fordert eine sozial gerechte Energiewende

Eine sozial gerechte Energiewende fordert die Nationale Armutskonferenz (nak) angesichts der bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung, die vom 23. bis 27. Juni unter dem Motto „Und dann war’s plötzlich dunkel und kalt… Energieschulden – Energiesperren“ stattfindet. Die Kosten für Energie dürften für Haushalte mit niedrigen Einkommen nicht zu einer immer größeren Belastung und somit zu einem höheren Armutsrisiko werden.

„Die Versorgung mit Energie muss ein Menschenrecht sein. Strom, Gas und Waser sind Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben und gesellschaftliche Teilhabe“, sagt Kurt Klose, stellvertretender Sprecher der nak, „daher muss der Sozialstaat eine Grundversorgung sicherstellen.“

Die seit Jahren drastisch steigenden Strompreise bringen immer mehr Haushalte zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten, so die nak. Das zeigen auch die Zunahme der Stromsperren und die vermehrten Anfragen von verzweifelten Menschen in den Schuldnerberatungsstellen. „Von der Kostenexplosion sind insbesondere Menschen betroffen, die Sozialleistungen beziehen und Geringverdiener. Wenn die steigenden Kosten der Energiewende nicht sozial gerecht verteilt werden und endlich auch die energieintensiven Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden, hat dies katastrophale Folgen für die Betroffenen“, warnt Kurt Klose, „Familien mit Kindern, chronisch Kranken oder alten Menschen Strom bzw. Gas abzustellen, ist menschenunwürdig. Ein Leben ohne Energie ist heutzutage nicht mehr zumutbar.“

Die nak unterstützt die Forderungen der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung. Sie fordert, die gesetzlichen Hürden für Energiesperren durch Energieunternehmen deutlich zu erhöhen, bei Sozialleistungen die tatsächlichen Energiebedarfe zu berücksichtigen, Zuschüsse und Darlehen für Energieschulden zu gewähren, energetische Gebäudesanierung warmmietneutral zu gestalten und die Energiesparberatung und Energieschuldnerberatung zu fördern.

Weitere Informationen zur Aktionswoche unter www.aktionswoche-schuldnerberatung.de

 Bei Rückfragen:

Kurt Klose, Stellvertretender Sprecher des Sprecherkreises der Nationalen Armutskonferenz, Insolvenz- und Schuldnerberater, c/o Beratungszentrum Bramloge, Tel.: 04456/94 88 50, | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Christian Böhme

Pressesprecher der Nationalen Armutskonferenz (nak)
c/o Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg e.V. 
Wandsbeker Chaussee 8 • 22089 Hamburg

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Fax: 040 - 41 52 01-38
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