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Kältetod wohnungsloser Menschen verhindern –

Steigende Wohnungslosenzahlen erfordern verstärkte Anstrengungen bei Kältehilfe und Notunterbringung

Berlin, 14.12.2016. Angesichts deutlich gestiegener Wohnungslosenzahlen fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W), der Dachverband der Wohnungslosenhilfe in Deutschland, verstärkte Anstrengungen in der Kältehilfe und bei der Notunterbringung, um den Kältetod wohnungsloser Menschen zu verhindern.

Insbesondere Menschen, die ganz ohne Unterkunft auf der Straße leben, sind unmittelbar von Erfrierungen und Unterkühlungen bis hin zum Kältetod bedroht. Seit 1991 sind mindestens 289 wohnungslose Menschen in Deutschland an Unterkühlung verstorben. Sie erfroren im Freien, unter Brücken, auf Parkbänken, in Hauseingängen, in Abrisshäusern, in scheinbar sicheren Gartenlauben und in sonstigen Unterständen.

Zudem trägt die Kälte auch häufig dazu bei, den Gesundheitszustand von erkrankten oder geschwächten wohnungslosen Menschen weiter zu verschlechtern, bis hin zum Tod der Betroffenen. Der Umgang mit offenem Feuer als Wärmequelle an Lagerplätzen oder in provisorischen Unterkünften führt immer wieder auch zu Rauchgasvergiftungen und Verbrennungen, ebenfalls teilweise mit Todesfolge.

Die Programme zur Kältehilfe und die Notunterbringung sind bereits in den letzten Jahren vielerorts an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen – sowohl in großen und mittleren Städten als auch in ländlichen Regionen. Teilweise sind die Unterkünfte überfüllt, räumlich sehr beengt, schmutzig, es gibt Gewalt und Diebstahl, die sanitären und hygienischen Bedingungen sind mitunter miserabel. Für Frauen gibt es häufig keine separaten Unterkünfte, wodurch die Gefahr sexueller Übergriffe steigt. Wohnungslosen Migrantinnen und Migranten, insbesondere aus Ost- und Südosteuropa, werden Unterkunft und Kälteschutz teilweise gänzlich verwehrt.

Auch aufgrund der gestiegenen Flüchtlingszahlen und der anhaltenden Migration aus süd- und osteuropäischen EU-Mitgliedsländern sind zusätzliche Anstrengungen nötig. Anerkannte Asylbewerber drohen wohnungslos zu werden, wenn sie die Flüchtlingsunterkünfte nach Abschluss ihres Asylverfahrens verlassen müssen, aber auf den knappen Wohnungsmärkten keine Wohnungen finden. Ein Teil der Migrantinnen und Migranten aus den EU-Mitgliedsländern findet in Deutschland keine oder nur schlecht bezahlte Arbeit und keine Wohnung und benötigt existenzielle Unterstützung.

Das bedeutet: Es sind dringend verstärkte Anstrengungen nötig, um allen hilfebedürftigen wohnungslosen Menschen menschenwürdige Unterkünfte und ausreichenden Kälteschutz anbieten zu können!

Nach den Bestimmungen des Ordnungsrechts muss jede Kommune in Deutschland wohnungslose Menschen menschenwürdig unterbringen, unabhängig von Nationalität und Aufenthaltsstatus. Städte und Gemeinden verstoßen gegen ihre Amtspflichten, wenn sie nicht rechtzeitig Notunterkünfte bereitstellen oder verschaffen. Dies bekräftigt auch ein Rechtsgutachten der BAG W zur Unterbringungspflicht der Kommunen.

An die Bürgerinnen und Bürger appelliert die BAG Wohnungslosenhilfe eindringlich:

„Seien Sie aufmerksam! Wenn Sie wohnungslose Menschen sehen, die hilflos oder in einer Notsituation sind, setzen Sie die Polizei in Kenntnis, wählen Sie den Notruf 110! Alarmieren Sie bei akuter gesundheitlicher Gefährdung den Rettungsdienst 112!“

Laut Schätzung der BAG W droht die Zahl der wohnungslosen Menschen in Deutschland von ca. 335.000 im Jahr 2014 auf ca. 536.000 im Jahr 2018 anzusteigen. Dies wäre ein dramatischer Zuwachs um 200.000 bzw. um 60% innerhalb von nur vier Jahren. Entsprechend werden auch mehr wohnungslose Menschen direkt auf der Straße leben als in den Jahren zuvor (im Jahr 2014 waren es ca. 39.000).

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Unter folgendem Link finden Sie auf unserer Internetseite die Handreichung der BAG W: „Den Kältetod von Wohnungslosen verhindern!“:

http://www.bagw.de/de/publikationen/pos-pap/position_notversorgung.html

Das Rechtsgutachten der BAG W zur Unterbringungspflicht der Kommunen finden Sie hier:

http://www.bagw.de/de/themen/notversorgung/gutacht.html

 

Werena Rosenke

(stellv. Geschäftsführerin)

 

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.

Boyenstraße 42 • 10115 Berlin

Tel (+49) 30-2 84 45 37-0 • Fax (+49) 30-2 84 45 37-19

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!www.bagw.detwitter.com/bagw

facebook.com/bagwohnungslosenhilfe

 

Tel Rosenke: (+49) 30-2 84 45 37-11

Email Rosenke: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Freistatt - Am Ende stand auf dem „weißen Blatt Papier“ eine gemeinsame Erklärung der 77 Teilnehmer – „63 Männer, 14 Frauen und vier Hunde“ – des Sommercamps der Wohnungslosen. Dessen Motto war gleichsam das Fazit: „Alles verändert sich, wenn wir es verändern. Armut, Ausgrenzung, Obdachlosigkeit und Hilflosigkeit sind keine Naturgesetze.“

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Das Jahr 2005 sollte die Wende werden, für den Arbeitsmarkt, die Beschäftigungsverhältnisse, die Qualität des Lebens an sich und für viel mehr Menschen sollte sich der Zugang zur versichertenbezogenen Arbeit öffnen. Harzt IV war geboren!

Das brachte so einige althergebrachte Verfahrensweisen aber auch bewährte Dinge ins Wanken. Manche wurden einfach weg gelassen. So ging es auch einem Heftehen, herausgegeben von der Fachhochschule Hildesheim. Auf den Seiten fand man die aufgelisteten Hilfsangebote für Wohnungslose, wie Beratungsstellen, Tagesaufenthalte, Notübernachtungsstellen und ähnliches.

In ähnlicher Weise wird durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) seit vielen Jahren ein Arbeitsmaterial als Broschur herausgegeben. Das liegt in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe vor, ist aber für den reisenden Obdachlosen nicht ständig verfügbar.

Die Webseite Berber-Info hat sich in den Jahren des Bestehens einen hohen Bekanntheitsgrad erworben. Das zeigen auch die Zugriffszahlen. Den Betreibern ist jedoch auch bekannt, dass es viele Wünsche gibt, die Inhalte noch effektiver zu gestalten und weiter gefasste Informationen anzubieten. Gleichzeitig sollte auch die Möglichkeiten geschaffen werden, die inzwischen weit verbreiteten Smartphones zu nutzen.

In Zusammenarbeit mit der Dachstiftung Diakonie und dem Unternehmen jobEconomy aus Berlin ist die Webseite diesen neuen Erfordernissen angepasst worden und wird als Weiterentwicklung unter dem Namen ProBerber (www.proberber.de) in Kürze auf dem Markt erscheinen. Eine Vorstellung ist anlässlich der Freiwilligenbörse am 9. April 2016 im Roten Rathaus in Berlin vorgesehen.

Die neu gestaltete Webapplikation ProBerber wartet mit der Möglichkeit eines Rundgangs durch die Inhalte auf, um sich mit den sehr umfangreichen Möglichkeiten der Nutzung bekannt zu machen. So werden sämtliche bekannte Hilfeeinrichtungen der Wohnungslosenhilfe,der Straffälligenhilfe, sowie die Bahnhofsmissionen in der Bundesrepublik aufgelistet. So findet man Übernachtungsmöglichkeiten, öffentliche Essensausgaben, regionale Angebote für Wohnungslose, wie Beratung und Service. Mit einer Regionalsuchen sehen Sie die Angebote, die sich in in einem von Ihnen zu bestimmenden Umkreis in Ihrer Nähe befinden. Konkretisieren Sie Ihren Hilfebedarf: Sie finden eine Unterteilung nach Beratung, Kleidung, Wohnen, ärztlicher Beratung, Beratung für Frauen, Wäsche waschen und vieles mehr. Der komplexe Aufbau unserer neuen Webseite bietet die Möglichkeit auch zukünftig neue Hilfsangebote auf einfache Weise aufzunehmen. Und für uns sehr wichtig: Ihre Mitarbeit ist uns dabei sehr wertvoll. News und Interessantes, Termine und Treffen, Rechtliches und Neues – das alles finden Sie zukünftig hier in diesem Blog speziell für Wohnungslose. Diskutieren über aktuelle Themen, das ist hier in diesem Forum möglich. Zu den wichtigsten Themen haben wir hier jeweils ein Forum eingerichtet. Interessantes und Hilfe zur Selbsthilfe, Tipps und Tricks und Unterstützung bei den wichtigsten Punkten. Hier finden Sie die Übersicht zu den wichtigsten Links. Hilfsangebote der Diakonie Deutschland für Wohnungslose, die NetDoctor Community, Fragen zur Tiergesundheit, Inhalte der Webseiten des Armutsnetzwerks.

Nach Anmeldung kann jeder, der sich etwas sozial engagieren möchte mithelfen. Uns interessiert es, was Ihnen wichtig ist, daher haben wir eine kurze anonyme Umfrage zu den wichtigsten Funktionen der Wapp2Go. Helfen Sie uns mit und nehmen Sie sich zum ausfallen der Umfrage die ca 2 Minuten Zeit. Es verbessert für alle die Inhalte!

Auch an die kalten Monate des Jahres ist gedacht. Die Notfallnummern der Kältebus-Mitarbeitern in Deutschland sind in einer Liste zu finden, wie auch Verhaltensregeln, wenn einmal akute Hilfe nötig ist.

Das Zwischenziel wurde erreicht! In der Umkreissuche von ProBerber sind schon jetzt über 1.500 Hilfseinrichtungen für Wohnungslose veröffentlicht. Die letzten Wochen bestanden für unser ProBerber-Team nur daraus Hilfseinrichtungen zu suchen, aufzubereiten und zu veröffentlichen. Wir haben viele Tipps und Hinweise über Facebook erhalten, welche Einrichtungen wir dringend in die ProBerber-Seite aufnehmen.

>>> Wir sind auf EURE Hilfe angewiesen! <<< Ihr könnt uns unterstützen, indem Ihr uns einfach Hilfseinrichtungen und -Angebote, die Ihr kennt, als Link im Kommentarfeld der Webseite zukommen lasst.

Sulingen, März 2016

Dietmar Hamann

 

 

BAG Wohnungslosenhilfe fordert Expertenanhörung zum Thema

Berlin, 19.02.2016. Die CDU/CSU-Fraktion in Deutschen Bundestag verweigert sich weiterhin der Einführung einer bundesweiten Wohnungsnotfallstatistik, die Umfang und Entwicklung von Räumungsklagen und Wohnungslosigkeit abbilden soll. Dabei wird eine solche Statistik von der gesamten Fachwelt seit mehr als dreißig Jahren gefordert. Auch eine Mehrheit der Abgeordneten im Deutschen Bundestag steht dahinter – nur die CDU/CSU-Fraktion blockiert das Vorhaben.

Dies erklärte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W), der Dachverband der Wohnungslosenhilfe, anlässlich der gestrigen Debatte des Bundestages zu einem Antrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen (BT-Drucksache 18/7547) auf Einführung einer bundesweiten Statistik.

Die BAG W fordert die Fraktionen im Bundestag auf, angesichts der offenbar fehlenden fachlichen Expertise in der Sache, im Zuge der weiteren Ausschussberatungen ein Hearing abzuhalten, zu dem Wissenschaftler, die BAG W und Wohnungsverbände eingeladen werden sollten.

Eine bundesweite Wohnungsnotfallstatistik ist sehr wohl möglich

Während sich Bündnis 90/Die Grünen und die Linke in der gestrigen Debatte eindeutig für eine Einführung aussprachen und auch der wohnungspolitische Sprecher der SPD, Michael Groß, die Forderung unterstützte, bezweifelte der Redner der CDU/CSU, Dr. Matthias Zimmer, die Durchführbarkeit und Sinnfälligkeit einer bundesweiten Statistik.

Dr. Thomas Specht, Geschäftsführer der BAG W: „Herr Dr. Zimmer sollte nicht längst widerlegte Behauptungen aufstellen. Die 1998 vom Statistischen Bundesamt erstellte Machbarkeitsstudie kommt zum exakt gegenteiligen Ergebnis.“

Die seit dem 1.1.2011 erneuerte landesweite Wohnungsnotfallstatistik des Landes Nordrhein-Westfalen zeigt, dass auch eine bundesweite Wohnungsnotfallstatistik möglich ist. Dennoch verweist die CDU/CSU-Fraktion - unter dem Vorwand der verfassungsrechtlichen Zuständigkeitsverteilung - nur auf die Bundesländer oder gar die Kommunen. Wie aber die CDU/CSU ohne ein Rahmengesetz, wie die BAG W es fordert, eine bundeseinheitliche Statistik der Bundesländer garantieren möchte, bleibt ihr Geheimnis. „Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass bereits innerhalb eines Landkreises oder eines Regierungsbezirkes die wenigen verfügbaren Zahlen oft nicht vergleichbar sind. In vielen Gemeinden und Kommunen fehlen aussagekräftige Zahlen sogar völlig“, so Specht.

Bund hat Pflicht zur gesetzlichen bundesweiten Wohnungsnotfallstatistik

Nur der Bund ist in der Lage, für bundeseinheitliche und vergleichbare Statistiken im gesamten Bundesgebiet zu sorgen. „Angesichts einer wachsenden Zahl von Räumungsklagen bedrohter Familien und immer mehr wohnungslosen jungen Menschen ist die Haltung der Bundesregierung in dieser Frage nicht nachvollziehbar“, so Thomas Specht.

Angesichts steigender Wohnungslosenzahlen ist die Verweigerung der CDU/CSU-Fraktion fachlich, politisch und wissenschaftlich ein Wegschauen von den Armutsproblemen in Deutschland. Im Interesse der Überwindung der Wohnungslosigkeit hat die Bundesregierung die Pflicht zu handeln. „Die Ministerin für Umwelt und Bau, Frau Dr. Barbara Hendricks, die gestern die Debatte im Parlament verfolgte, sollte unverzüglich einen Gesetzentwurf erarbeiten lassen“, so Thomas Specht.

Die BAG W prognostiziert einen Anstieg der Wohnungslosenzahlen auf 380.000 (+33 % gegenüber 2012) bis zum Jahr 2016.

 

Für weitere Rückfragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

Dr. Thomas Specht, Geschäftsführer BAG W, (030) 2 84 45 37 - 15 / mobil 0151/25250211, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder

Dr. Rolf Jordan, Fachreferent der BAG W, (030) 2 84 45 37 - 12, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!