• Armutsnetzwerk

  • Armutsnetzwerk

  • Armutsnetzwerk

  • Armutsnetzwerk

  • Armutsnetzwerk

1992 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut. In ihrer Resolution vom 22. Dezember zeigt sie sich erfreut, dass einige regierungsunabhängige Organisationen auf Initiative der internationalen Bewegung ATD Vierte Welt diesen Tag bereits in zahlreichen Ländern begehen.

Diese NGO verbinden mit dem "Welttag zur Überwindung der Armut" drei Anliegen:

  • den Widerstand der von Armut betroffenen Menschen gegen Elend und Ausgrenzung würdigen
  • den Not leidenden und ausgegrenzten Menschen Gehör verschaffen und mit ihnen ins Gespräch kommen
  • sich mit den Allerärmsten dafür einsetzen, dass die Rechte aller wirklich für alle gelten

Eine Inschrift in einer der Marmorplatten auf dem Platz der Menschenrechte (Trocadero) in Paris erinnert an den Ursprung dieses Gedenk- und Aktionstags:

17. Oktober 1987.
Verfechter der Menschenrechte aus aller Welt haben sich auf diesem Platz versammelt.
Sie haben den Opfern von Hunger, Unwissenheit und Gewalt Ehre erwiesen.
Sie haben ihrer Überzeugung Ausdruck gegeben,
dass Elend nicht unabänderlich ist.
Sie haben ihre Solidarität mit all jenen Menschen bekundet,
die irgendwo auf der Welt für die Überwindung des Elends kämpfen.

„Wo immer Menschen dazu verurteilt sind, im Elend zu leben, werden die Menschenrechte verletzt.
Sich mit vereinten Kräften für ihre Achtung einzusetzen, ist heilige Pflicht.“
Père Joseph Wresinski

 

Quelle:Wikipedia

In Deutschland grassiert die Sorge, dass Einwanderer „uns“ das Geld aus der Tasche ziehen, den Sozialstaat ausnutzen und Wohnungen belegen. Noch vor Kurzem kursierte die Beschwerde, „die Griechen“ wollten „unser“ Geld, ganz Südeuropa mache sich ein schönes Leben auf „unsere“ Kosten. Ähnliche Gedanken gibt es in Ländern wie Österreich, Großbritannien, Finnland, Dänemark und in ganz Osteuropa. Man sieht: Zwischen den Nationen ist der Verteilungsstreit voll entbrannt. Davon profitieren die rechten Parteien.

Über diesen Streit verschwindet jedoch der eigentliche Skandal: die Ungleichheit innerhalb der Staaten. Die soziale Frage wird zugunsten der nationalen zurückgestellt. Die Armen werden aufeinandergehetzt: deutsche Arbeitslose gegen syrische Flüchtlinge, arme Slowaken gegen noch ärmere Griechen, Billiglöhner des einen Landes gegen Billiglöhner des anderen.

Dass die soziale Frage und mit ihr die Forderung nach Umverteilung zurückgedrängt ist, freut natürlich jene, die vom gegenwärtigen System profitieren. Und die wirklich auf unsere Kosten leben. In Deutschland gehört den reichsten zehn Prozent der Haushalte mehr als zwei Drittel des gesamten Vermögens. Das reichste ein Prozent – jene, die mehr als 100.000 Euro „verdienen“ – hat fast ein Drittel des Gesamtvermögens und kassiert etwa 13 Prozent aller Einkommen.

Das ist nicht nur in Deutschland so. Sondern weltweit. Laut einer neuen Oxfam-Studie besitzen ganze 62 Personen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung. Vor einem Jahr waren es noch 80. „Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst“, so die Nichtregierungsorganisation. Seit vergangenem Jahr ist das Vermögen des global reichsten ein Prozent höher als das der restlichen 99 Prozent.

Die genannten 62 reichsten Personen verfügen über rund 1,8 Billion Dollar. Das sind 1.800 Milliarden oder 1.800.000 Millionen. Man sieht: Das Geld, um das in der EU gestritten wird, ist ein Klacks gegen die Summen, die sich bei den Reichen sammeln. Das Geld, das notwendig ist, damit Bürgerkriegsflüchtige in jordanischen Camps nicht mehr unter elendigen Bedingungen leben müssen, ist vorhanden. Bei den Reichen und Superreichen!

Wichtiger als die Frage, welches Land wie viel für die Integration von Bürgerkriegsflüchtlingen ausgeben muss, ist die Umverteilung. Die Mittel sind bekannt: vor allem die Wiedereinführung der Vermögenssteuer als Millionärsteuer. Dies brächte alleine mindestens 80 Milliarden Euro. Des Weiteren muss die Erbschaftsteuer für Superreiche ausgeweitet werden und die Finanztransaktionssteuer endlich eingeführt werden. Und dazu gute Sozialsysteme und eine Stärkung der Gewerkschaften, um nicht nur die Umverteilung zu bewerkstelligen, sondern gleich höhere Löhne durchzusetzen.

Es stimmt noch immer: Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten. Solange jedoch die Deutschen sich von armen Griechen und Syrern ausgebeutet fühlen, so lange können jene gut schlafen, die wirklich das Geld haben. Und die rechten Parteien triumphieren.

Michael Schlecht, MdB

 

Südafrikanische Botschaft unterstützt die Bahnhofsmission Zoo am Internationalen Nelson Mandela Tag

 Immer zu seinem Geburtstag am 18. Juli sind Südafrikaner weltweit dazu aufgerufen, ihr ehemaliges Staatsoberhaupt Nelson Mandela 67 Minuten lang mit  einer guten Tat zu ehren.


Botschafter

Da der 18. Juli auf einen Samstag fiel, halfen Mitglieder der Südafrikanischen Botschaft bereits einen Tag eher in der Bahnhofsmission Zoo, einer Einrichtung der Berliner Stadtmission, ehrenamtlich aus.

 Die ersten kamen überpünktlich und hochmotiviert bereits um 4.40, bereiteten das Frühstück für die Gäste der Einrichtung vor, halfen dann von 6.00 – 7.00 in der Essensausgabe. Weitere Mahlzeiten können am Zoo von 14.00 – 18.00 und von 22.00 – 24 eingenommen werden, insgesamt versorgt die Bahnhofsmission so um die 600 Gäste, sie kommen aus 60 verschiedenen Ländern und dem gesamten Bundesgebiet, täglich, 24 Stunden lang, an 365 Tagen im Jahr. Aber nicht nur die Mahlzeiten sind wichtig, 42 000 mal pro Jahr erhalten Bedürftige Bekleidung, 5 000 Schlafsäcke werden jährlich herausgegeben, viele obdachlose Menschen werden beraten, etliche in das weitere Hilfesystem vermittelt. Seelsorge wird in der evangelischen Einrichtung schon vom Selbstverständnis her großgeschrieben, Barmherzigkeit auch. Zusätzlich kümmert man sich noch um bahnreisende Menschen, die in Not geraten sind. Für sie stehen 9 Notbetten zur Verfügung.

Dabei ist die Einrichtung auf die Mithilfe Ehrenamtlicher angewiesen; 130 leisten diesen Dienst, 120 Praktikanten pro Jahr verstärken und 200 Menschen verrichten pro Jahr Sozialstunden im Programm „Arbeit statt Strafe“. Eine bunte Mannschaft zwischen 13 und 80.

 Den ganzen Tag über verstärkten über 30 Botschaftsmitglieder das Team, bis in die Abendstunden hinein. Und es gab viel zu tun: Dienste an der Tür, bei den Vorbereitungen der Mahlzeiten, bei der Ausgabe, in der Kleiderkammer. Reichlich Obst wurde mitgebracht, ein Salat damit zubereitet, die Gäste freuten sich über die vitaminreiche Erfrischung.

Zwischendurch blieb Zeit, um sich über die Arbeit zu informieren, man lernte sich kennen und man tauschte sich über gemachte Erfahrungen gemeinsam aus. So waren die Südafrikaner überrascht, kannten Armut und Not durchaus aus ihrem Heimatland, hatten dieses Ausmaß so aber nicht in Deutschland und Berlin erwartet. Weil das so war, flossen Tränen und wohl alle waren betroffen.

Immer wieder fand man aber auch gelöst zueinander, die Arbeit wurde mit Freude und Spaß verrichtet, zu südafrikanischen Klängen wurde getanzt und gelacht.

 Für Botschafter Makhenkesi Stofile war dann auch klar, es wird nicht bei dieser einmaligen Begegnung bleiben. Er will seinen Botschafterkollegen von seinen Eindrücken in der Bahnhofsmission berichten, sie bitten, dem südafrikanischen Beispiel zu folgen und die Einrichtung zu unterstützen.

Stofile, der seit viereinhalb Jahren in Berlin tätig ist, hat zum Nelson Mandela Tag, der seit 2010 von den Vereinten Nationen begangen wird, eine besondere Beziehung. Wie Mandela war er im Gefängnis, 4 Jahre und 9 Monate, wurde einen Monat vor ihm aus diesem entlassen.

 Nelson Mandela (1918 – 2013) war der erste schwarze Präsident Südafrikas. Aufgrund seiner Aktivitäten gegen die Apartheitspolitik war er von 1963 – 1990 als politischer Gefangener auf der Gefängnisinsel Rotten Island  in Haft. Immer zu seinem Geburtstag am 18. Juli ehren die Südafrikaner ihn mit 67 Minuten Hilfen für andere, zu seinem Gedenken für seine 67 Jahre Dienst an Südafrika.

 Die Bahnhofsmission Zoo freute sich über die Hilfe diesem Ehrentag, den fairen Austausch. Man ist sich dort sicher, Freunde gefunden zu haben. Der Freundeskreis dürfe auch wachsen, die Not der Menschen vor der Tür täte das ja auch. Leider rapide!

700.- , die einige Tage zuvor bei einem Fundraising Lunch ersteigert wurden helfen der Einrichtung, nötige Lebensmittel einzukaufen.

Zu einem Neujahrsempfang der besonderen Art hatte der „Herbergsverein zur Heimat Nienburg e.V.“ am Mittwoch, den 15.1.2014 in das Gebäude in der Leinstraße 16 eingeladen und viele Freunde und Unterstützer waren gekommen. Bettina Mürche, die Vorsitzende des Vereins, konnte mindestens 80 Gäste aus Nienburg und der näheren und weiteren Umgebung begrüßen. Es galt, zehn Jahre „Wohnwege“ in der Leinstraße zu feiern. Aber es sollten auch 15 Jahre „Nienburger Tafel“, die im gleichen, aufwändig sanierten Haus untergebracht ist, zehn Jahre Kaufhaus „Fundus“, das inzwischen etablierte Second-Hand-Kaufhaus im Stadtzentrum, und schließlich 110 Jahre Verein „Herberge zur Heimat“ würdig begangen werden.

Und so hatte sich hoher Besuch angekündigt: Die Präsidentin des Landeskirchenamtes Dr. Stephanie Springer“ zeigte in ihrem Grußwort die Geschichte der christlich geprägten Herbergsvereine auf und wies darauf hin, daß das Anliegen der Vergangenheit auch heute noch zähle. Sie plädierte für weniger Egoismus in der Gesellschaft und mehr Miteinander, ganz im Sinne des christlichen Auftrags der Kirche, in die Gesellschaft hinein zu wirken. Auch Heike Wiglinghoff vom neu gegründeten Diakonischen Werk Niedersachsens unterstrich dieses Anliegen, das in Nienburg in exemplarischer Weise in den letzten Jahren umgesetzt worden sei. Bürgermeister Henning Onkes zeigte auf, wie eng und vertrauensvoll die Zusammenarbeit des Vereins mit den politischen Gremien in Nienburg verlaufen sei. Und man werde weiterhin in der Frage der Armutsbekämpfung gemeinsam aktiv sein.

Im letzten Jahr konnte der Neubau der Herberge zur Heimat in der Bahnhofstraße eröffnet werden, im Haus in der Leinstraße sind durch die Sanierung des Hauses großzügige Büro- und Beratungsräume für das Projekt „Wohnwege“ entstanden. Matthias Mente, einer der Initiatoren dieser Einrichtung, zeigte nicht nur die harte Sanierungsarbeit in dem Haus vor mehr als zehn Jahren anhand von Fotos auf, sondern darf auch stolz darauf sein, daß dieses Projekt, das Wohnungslosigkeit schon im Vorfeld mit den Betroffenen zu verhindern versucht, inzwischen in Niedersachsen Vorbildcharakter hat.

Foto (von links nach rechts): Bettina Mürche, Vorsitzende des Vereins zur Heimat e.V., Bürgermeister Henning Onken, Heike Wiglinghoff, Diakonisches Werk Niedersachsen, Dr. Stephanie Springer, Präsidentin des Landeskirchenamtes der ev.-luth. Landeskirche Hannover
Aufenthaltsraum in der Leinstraße 16

Fotos: Gerhard Zamzow