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Armut, Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit - Tabuthemen in einem reichen Land

Freistatt. Das 2. Wohnungslosencamp vom 23. bis zum 30. Juli 2017 in Freistatt (Niedersachsen) wurde von 120 Teilnehmenden aus mehr als vierzig Orten in Deutschland, Dänemark, der Schweiz, Finnland, Portugal, Österreich und Irland besucht.

Die 25 wohnungslosen Teilnehmerinnen berichteten in einem Workshop, dass Frauen und Kinder ganz besonders betroffen sind von Not, Elend und Gewalt. Frauen, die ohne Wohnung leben müssen, werden oft angemacht und unfreundlich angesprochen, meist schlafen sie am Tag und in der Nacht sind sie unterwegs. Gerade für Frauen mit Gewalterfahrungen ist das schwer auszuhalten. Trotzdem schlüpfen Frauen bei Männern unter, die sie ausnutzen. Ein Schlafplatz im Tausch gegen Hausarbeit usw. Frauen sind meist Einzelgängerinnen, sie neigen dazu, ihre Not zu vertuschen, und leben meist in „verdeckter Wohnungslosigkeit“. Die Dunkelziffer ist sehr hoch und eine bundesweite Wohnungslosenstatistik gibt es nicht.


Regina, ist Teilnehmerin im Camp, sie strickt fast den ganzen Tag. Regina sagt: „Stricken hält sie
vom Rauchen ab und außerdem ist das Aufribbeln von Pullover wichtig, weil sie sich so immer wieder
neue bunte Sachen stricken kann.“


In der Tat haben es z.B. Frauen mit Kind und Familie sehr viel schwerer, mit den Vorurteilen zu leben. Sie haben eine große Scham wegen ihrer Situation und eine noch größere Angst, erkannt zu werden. Dies betrifft ebenso sehr viele ältere obdachlose Frauen. In einem reichen Deutschland verlieren Familien z.B. wegen Mietschulden viel zu schnell ihre Wohnung. Die Einstiegshilfen können nicht geleistet werden: keine Adresse - kein Job, bürokratische Hürden, Schufa, Hartz IV, usw.

In einem reichen Deutschland gibt es einen hohen Wohnungsleerstand (z.B. in Hamburg 1.500 Wohnungen) - es ist nicht möglich, dass dort wohnungslose Frauen einziehen können - eher lassen Wohnungseigentümer/innen ihre Häuser vergammeln. Diese im reichen Deutschland schon lange vorhandene Schieflage lässt Menschen, die in Armut leben, im Stich. Um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu gewährleisten, sind intelligente Lösungen und vertrauensvolle Maßnahmen gefragt.

Beim Wohnungslosentreffen 2017 in Freistatt haben sich jüngere und ältere wohnungslose Frauen gefunden und sich mithilfe des Armutsnetzes auf den Weg gemacht, dieser schon lange vorhandenen Situation entgegenzutreten - nicht nur für sich, sondern auch für die vielen Frauen , die dies nicht schaffen, und ebenso für die nachkommenden.

Jede Unterstützung dieser Arbeit ist wichtig! Hier kann unter dem Stichwort „Wohnungslose Frauen“ an das Armutsnetz gespendet werden: www.armutsnetzwerk.de

Kontakt: Jessica Hicks: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Bericht: Hilde Rektorschek, 30.07.2017